Geschichte des Bismarckviertels

1400 - 1800

1400

Graf Friedrich von Moers errichtet zum Schutz der gerade mit Stadtrechten versehenen "Herrlichkeit Krefeld" – eine moersische Enklave in kurkölnischem Gebiet – die Wasserburg Cracau (Cracauen).

Der Name wird „Krähen-Käfig“ bedeuten.

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Wasserburg Cracau

15. und 16. Jahrhundert

Herrlichkeit und Burg wechseln in Folge von Vererbungen, Verpfändungen oder kriegerischen Auseinandersetzungen mehrmals den Besitzer.

Um 1600

Die Oranier werden durch Erbschaft Landesherrn. Das folgende „oranische Jahrhundert“ bringt Krefeld dank seiner religiösen Toleranz den Zuzug zahlreicher Familien mennonitischen Glaubens.

1677

Burg Cracau wird wegen hoher Kosten und militärischen Bedeutungsverlustes vom letzten Oranier, Wilhelm III von England, geschleift.

1694

Die mennonitischen Ahnherrn der Krefelder "von Beckeraths" wandern aus Beckrath bei Mönchengladbach zu und erhalten hier Bürgerrecht.

1702

Krefeld wird preussisch

1719

Hubert Rahr, Mennonit aus Kempen, pachtet mit seinem Bruder die Domäne Cracau um hier eine holländische Bleicherei und eine Essigfabrik zu betreiben.

1730 bis 1734

Hubert Rahr errichtet unter Verwendung der Steine der geschleiften Burg Cracau das Grundhaus des späteren Schlosses Cracau.

1746

Die Bleicherei auf Cracau wird aufgegeben. Auf dem Gelände wird die Seidenfärberei Gerhard Lingen & Co in Betrieb genommen

1761

Die Seidenfärberei Gerhard Lingen fällt durch Erbschaft in den Besitz der Brüder Jakob, Gerhard und Heinrich von Beckerath.

1756

An der Leyentalstraße errichten die Gebrüder von der Leyen eine Färberei. Als Nachfolgerin einer eingestellten Färberei in der Stadt quasi die erste in Krefeld. Das Gebäude wird 1943 Opfer der Bomben.

1764

Heinrich von Beckerath heiratet Margarete Rahr, die Enkelin Hubert Rahrs und Tochter von Johannes Rahr und Elisabeth Rahr, geb.Sohmann.

1775

Elisabeth, der Witwe von Johannes Rahr, gelingt es, die bisher nur gepachtete Domäne Cracau vom preussischen Staat zu erwerben. Der Kaufvertrag wird von König Friedrich II unterzeichnet. Bei den Verhandlungen steht Elisabeth ihr Schwiegersohn Heinrich von Beckerath zur Seite.

Elisabeth überträgt den Besitz auf Heinrich von Beckerath. Heinrich v.B. baut das Haus Cracau um und gibt ihm die bekannte Gestalt als Rokoko-Schlösschen.

In den folgenden fast 200 Jahren bis zur Zerstörung bewohnt und bewirtschaftet die Familie von Beckerath Cracau.

1777 bis 1781

Östlich der Färbereianlagen von (Alt-)Leyental entsteht am Unteren Bleichpfad (der heutigen Cracauerstraße) der Sommer- und Jagdsitz der Seidenfabrikanten und Königlichen Kommerzienräte Friedrich und Heinrich von der Leyen,(Neu-)Leyental. Das Schloss ist eingebettet in eine variationsreiche Garten- und Parklandschaft. Zum Treffpunkt der Krefelder Gesellschaft wird die im hinteren Teil der Gartenanlagen gelegene Orangerie. Architekt ist Michael Leydel (1749 bis 1782), dem Krefeld ein Gutteil seines klassizistischen Stadtbildes verdankt.